Presse/批評

Die Stücke gelten durchweg als Herausforderung, doch das vergaßen die Zuhörer. Sie ließen sich tragen vom Gefühl und der ansteckenden scheinbaren Leichtigkeit, mit der Tomoko Sawallisch und Markus Wolf selbst anspruchsvollen Passagen einen eigenen Stil aufdrückten. Wunderbar, wie die langsamen Passagen ausdrucksstark die Stimmungen vermittelten. Wuchtigen Takten folgte zärtliche Töne. Mal im Gleichklang, mal im Wechselspiel perlten die Melodien aus dem Klavier, während die Violine eine Note in die andere fließen ließ. Nach der Pause erklang dann Brahms in den vielen Stimmungen der Sonate für Klavier und Violine in d-Moll, op. 108. Mal melancholisch, mal düstern aufbrausend oder sentimental wanderten die Musiker durch die Sätze. Seine Freude drückte das Publikum in seinem kräftigen Applaus aus.

Ein zauberhafter Anfang, Traunsteiner Tagblatt, 14.09.2019 mit Markus Wolf (Geige)

…die Sonate B-Dur KV 454 von Mozart, entfaltete sich klanglich wie eine edle Rose, die Blütenblatt um Blütenblatt, also Note um Note, an Klangfarbenreichtum wuchs und im musikalischen Sinn süßen Duft im Saal verbreitete…So klang Mozarts Sonate zusammen mit Sawallischs Klavierspiel wie ein Liebesgruß aus der Vergangenheit ins Heute…Die Fantasie über„Carmen“ op. 25 von Pablo de Sarasate…ließ im Saal die Stimmung hoch kochen. Am Ende waren sicher alle Stuhllehnen frei, denn bei dieser virtuosen Zirkusnummer, welche die Musiker mit tänzerischer Leichtigkeit darboten, hielt es keinen mehr hinten. Die Begeisterung der Konzertbesucher entlud sich in einem kräftigen Applaus…

Auskomponierte Glücksmomente, OVB, 01.03.2019
mit Ingolf Turban (Geige)

…was für eine hervorragende Pianistin sie ist. Wie beiläufig servierte sie die virtuosen Passagen bei Chopin und Liszt, wunderbar formte sie die Melodien der Chopin-Ballade, bezaubernd gelang ihr der große Bogen bei Debussys „La Lune“. Der große Beifall am Ende war mehr als verdient…

Die Tücken der Abendsonne, SZ, 17.07.2017

zu Konzert für Klavier und Orchester E-Dur op. 59 von Moritz Moszkowski (1854-1925)…Tomoko Sawallisch ließ im ersten Satz makellos glitzernde Läufe hören, hob die dramatischen Passagen kraftvoll über den Orchesterklang… Im markant erfundenen 3. Satz bewies Sawallisch ihre Fähigkeit, das Klavier singen zu lassen. Und im Finalsatz bewältigte sie die technischen Tücken der Musik mit gelassener Grazie. Generalmusikdirektor Naoshi Takahashi dirigierte das Konzert. Viel Beifall und eine Zugabe der Pianistin…

Im Rausch des festlichen Leuchtens, Freie Presse, 21.11.2016

…Ihr ganzes Potenzial ließ die Schülerin von Gerhard Oppitz nach der Pause aufblitzen, bei Frederic Chopins Opus 52 (zirka 1842). Eine tragische Ballade mit einem träumerischen Anfang, der bei der am Starnberger See lebenden Pianistin an die impressionistischen Nachfolger des genialischen Polen erinnerte. Sawallisch ließ die Finger nun samtweich über die Tasten gleiten, sie lotete die emotionale Tiefe der dramatischen musikalischen Erzählung bis in die Abgründe aus. Dennoch blieb ihr Chopin durchgeistigt und klar, auch im Schlussrausch vor der Katharsis…

Ein Leben für die Bühnenkunst, Merkur, 05.02.2014